Wir bestellen eine Nachbesserungsdose, um einen Kratzer am Flügel zu kaschieren, geben die auf dem Fahrzeugschein angegebene Farbe ein und erhalten ein Ergebnis, das überhaupt nicht übereinstimmt. Der Grund ist einfach: der Fahrzeugschein gibt nicht den Herstellerfarbcode an. Er erwähnt eine generische Farbe (weiß, grau, blau), nicht die genaue Referenz, die nötig ist, um Farbe zu kaufen.
Um diesen berühmten Code zu finden, muss man woanders suchen und wissen, wo man je nach Marke schauen muss.
Was das Feld Farbe im Fahrzeugschein tatsächlich enthält
Der Fahrzeugschein enthält ein Feld für die Farbe. Dort steht ein beschreibendes Wort: “grau”, “schwarz”, “weiß”, manchmal “beige”. Diese Angabe dient ausschließlich dazu, das Fahrzeug bei einer Verkehrskontrolle visuell zu identifizieren.
Ein Hersteller kann für dasselbe Modell zehn verschiedene Grautöne anbieten. Platingrau, Arctengrau, Hurrikangrau: Der Fahrzeugschein fasst all dies unter einem einzigen Begriff zusammen. Für eine Karosseriebearbeitung ist das unbrauchbar.
Der Fahrzeugschein enthält jedoch ein nützliches Element: die VIN-Nummer an Stelle E. Dieser 17-stellige Code identifiziert das Fahrzeug eindeutig. Online-Tools versuchen, den Originalfarbton anhand der VIN zu finden, aber das Ergebnis ist nicht immer zuverlässig. Die VIN kodiert den Hersteller, das Modell und bestimmte technische Merkmale, nicht unbedingt die Farbe der Lackierung.
Man kann die Informationen auf Car System finden, die diese Unterscheidung zwischen administrativer Farbe und Farbcode detailliert erläutern.

Wo man den Farbcode am Fahrzeug je nach Marke findet
Der Farbcode befindet sich auf einem Etikett oder einer Metallplatte, die vom Hersteller direkt auf der Karosserie angebracht ist. Das ist die einzige zuverlässige Quelle. Der Standort variiert je nach Marke und manchmal auch je nach Modell, was die Suche erschwert, wenn man nicht weiß, wo man suchen soll.
Einige gängige Hinweise:
- Renault: Etikett auf dem Rahmen der linken Vordertür, sichtbar bei geöffneter Fahrertür. Der Code erscheint unter einigen Buchstaben oder Zahlen, die mit der Angabe “Farbe” oder “color” eingeleitet werden.
- Peugeot: Türrahmen auf der Fahrerseite oder Motorraum, auf einer genieteten Platte.
- Toyota: Platte auf dem Türrahmen der Fahrerseite.
- Jeep: Bei einigen Modellen befindet sich das Etikett unter dem Vordersitz, ein wenig intuitiver Standort.
Bei Fahrzeugen anderer Marken kann die Platte im Kofferraum, im Motorraum oder an einem Türrahmen zu finden sein. Im Zweifelsfall gibt das Handbuch des Fahrzeugs oder die Website des Herstellers den genauen Standort an.
Etikett fehlt oder ist unleserlich
Bei einem Fahrzeug, das älter als zehn Jahre ist, kann das Etikett abgefallen, durch die Zeit verblasst oder bei einem Karosseriebesuch überdeckt worden sein. Zwei Ansätze bleiben dann nutzbar.
Der erste: die VIN auf einem Online-Dekoder verwenden. Die Rückmeldungen dazu variieren je nach Herstellern, da einige Marken die Farbe in der VIN dokumentieren, andere nicht.
Der zweite: einen Händler der Marke mit der VIN kontaktieren. Das Herstellernetzwerk verfügt über interne Datenbanken, die jedes produzierte Fahrzeug mit seiner Werkfarbe verknüpfen. Das ist die zuverlässigste Methode, wenn das physische Etikett fehlt.
RAL-Code, hexadezimal und Herstellerreferenz: nicht verwechseln
Man stößt regelmäßig auf Websites, die einen RAL-Code oder einen hexadezimalen Code für Autofarben erwähnen. Es ist besser zu wissen, was jeder bezeichnet, um nicht die falsche Farbe zu bestellen.
Der RAL-Standard basiert auf einer vierstelligen Zahl, manchmal ergänzt durch einen Buchstaben. Es handelt sich um einen industriellen Referenzstandard, der für den Bau, die Stadtmöbel und industrielle Ausstattungen konzipiert wurde. Man verwendet ihn nicht für die gängige Autolackierung.
Das hexadezimale Format (z.B. #1A2B3C) gehört zum Grafikdesign und zum Web. Es beschreibt eine Farbe auf dem Bildschirm, nicht eine physische Lackformel. Eine Nachbesserungsdose mit dieser Referenz zu bestellen, führt zu nichts.
Nur die Herstellerreferenz garantiert eine exakte Übereinstimmung mit der Originalfarbe. Sie besteht aus einigen markenspezifischen Buchstaben oder Zahlen.

Den Farbcode vor der Bestellung überprüfen
Selbst mit dem richtigen Code bleibt Vorsicht geboten. Die Sonneneinstrahlung, Mikrorisse und die Umweltverschmutzung verändern den tatsächlichen Farbton eines Fahrzeugs im Laufe der Jahre. Die aktuelle Farbe kann leicht von der Werkfarbe abweichen.
Professionelle Karosseriebauer messen die Farbe mit einem Spektrophotometer und passen die Formel entsprechend an. Für eine Nachbesserung mit einem Stift oder einer Dose auf einer kleinen Fläche reicht in den meisten Fällen der Herstellercode aus. Bei einer größeren Fläche (komplette Tür, Motorhaube) könnte der Unterschied sichtbar werden.
Vor der Bestellung kann man die Online-Farbmuster der Lacklieferanten konsultieren. Diese Werkzeuge geben einen Überblick über den Farbton, der jeder Referenz zugeordnet ist, auch wenn die Bildschirmdarstellung ungefähren Charakter hat.
Der Reflex, den man beibehalten sollte: von dem Etikett am Fahrzeug auszugehen, nicht vom Fahrzeugschein. Der Fahrzeugschein weist auf eine Farbgruppe hin, das Herstelleretikett liefert die genaue Referenz. Diese Unterscheidung trennt eine unsichtbare Nachbesserung von einer sichtbaren Verbindung in drei Metern Entfernung.



